
KI verstehen. Sinnvoll einsetzen. Kompetenz nachweisen.
Oliver Münch unterstützt Unternehmen beim praktischen Einsatz generativer KI, bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden und bei der strukturierten Erfassung von AI Literacy.
Seit August 2026 gilt die KI-Verordnung der Europäischen Union in weiten Teilen unmittelbar. Sie regelt, unter welchen Bedingungen KI-Systeme in der EU entwickelt, bereitgestellt und eingesetzt werden dürfen.
Eine ihrer Vorschriften betrifft praktisch jedes Unternehmen, das KI im Arbeitsalltag nutzt – unabhängig von Größe und Branche: Artikel 4 zur KI-Kompetenz. Was er verlangt, wird häufig überschätzt.
Was Artikel 4 verlangt – und was nicht
Betroffen ist, wer KI-Systeme anbietet oder betrieblich einsetzt – in der Sprache der Verordnung: Anbieter und Betreiber. Wer im Unternehmen ChatGPT, Copilot oder ein vergleichbares Werkzeug für die Arbeit nutzt, ist Betreiber. Diese Unternehmen müssen Maßnahmen ergreifen, um die KI-Kompetenz der damit befassten Personen zu entwickeln. Das gilt seit dem 2. Februar 2025, ohne Ausnahme für kleine Unternehmen und unabhängig von der Risikoklasse des Systems.
Seit dem 27. Juli 2026 gilt eine neue Fassung
Der Digital Omnibus zur KI hat Artikel 4 vollständig neu gefasst. Aus der Pflicht, ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherzustellen, wurde die Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, die deren Entwicklungunterstützen. Die Verordnung stellt ausdrücklich klar, dass niemand „für irgendeine Person ein bestimmtes Niveau an KI-Kompetenz zu garantieren“ hat.
Der Unterschied ist praktisch bedeutsam: Beurteilt wird, was ein Unternehmen getan hat – nicht, was seine Mitarbeitenden am Ende können. Die Pflicht wurde abgeschwächt, nicht abgeschafft. „Maßnahmen ergreifen“ bleibt verbindlich.
Was die Verordnung nicht verlangt
- keine bestimmte Schulung und kein vorgeschriebenes Format
- keine Prüfung und kein Nachweis eines Kompetenzniveaus
- keine Zertifizierung und keinen vorgeschriebenen Zertifizierer
Verordnung (EU) 2024/1689 in der Fassung der Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit dem 27. Juli 2026.
Warum den Kompetenzstand trotzdem erheben?
Nein, gemessen werden muss nicht. Wer den Kompetenzstand dennoch erhebt, tut das nicht, weil die Verordnung es verlangt, sondern weil es die eigene Argumentation trägt.
Angemessenheit lässt sich begründen statt behaupten
Artikel 4 verlangt, technische Kenntnisse, Erfahrung, Aus- und Fortbildung sowie den Einsatzkontext zu berücksichtigen. Wer diesen Stand strukturiert erhebt, kann belegen, warum die gewählten Maßnahmen zum tatsächlichen Bedarf passen – statt es zu behaupten.
Teilnahme ist nicht Verständnis
Eine Anwesenheitsliste belegt, dass geschult wurde. Sie belegt nicht, dass die Inhalte angekommen sind. Gerade bei Risiken und Grenzen generativer KI liegt zwischen beidem oft ein spürbarer Unterschied.
Qualifizierungsbedarf wird sichtbar
Eine Erhebung zeigt nicht nur, wer etwas weiß, sondern auch, wo etwas fehlt. Das ist die brauchbarere Grundlage für die nächste Schulung als eine Vermutung darüber, was gebraucht wird.
Vergleichbarkeit über Abteilungen hinweg
In größeren Organisationen entstehen sonst viele unterschiedliche interne Einschätzungen nebeneinander. Ein einheitliches Verfahren ergibt stattdessen ein Bild, das sich über Standorte und Bereiche hinweg lesen lässt.
Der Kompetenznachweis AI Literacy
Ein Wissens- und Anwendungstest zur KI-Kompetenz, orientiert an Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1689. Er besteht aus einem Basisteil für alle, die mit KI-Systemen arbeiten, und einem Rollenmodul für Personen mit weitergehender Verantwortung.
- 15 + 10
- Fragen
- 70 %
- zum Bestehen
- 24
- Monate gültig
Basispfad
Fünfzehn Fragen zu Vertraulichkeit und personenbezogenen Daten, Halluzinationen und Quellenprüfung, Urheber- und Nutzungsrechten, Automationsbias und Transparenz sowie zum Umgang mit internen Regeln und Vorfällen. Etwa 15 bis 20 Minuten.
Rollenmodul Verantwortung
Für Personen, die über Einführung, Prozesse und Beschaffung mitentscheiden: Zweck- und Risikobewertung, Verantwortlichkeiten und Freigaben, Anbieterprüfung und Datenflüsse, Pilotierung und laufende Überwachung. Zehn Fragen zusätzlich zum Basispfad, zusammen etwa 30 Minuten.
Rollenmodul Governance
Für KI-Beauftragte und vergleichbare Rollen: KI-Inventar und Priorisierung, Richtlinien und Änderungsprozesse, Rollenabgrenzung und Interessenkonflikte, Vorfallmanagement und Berichterstattung. Zehn Fragen zusätzlich zum Basispfad, ergänzt um eine schriftlich bearbeitete Praxisaufgabe.
Bewertung und Ergebnis
Bestanden ist der Test ab 60 Prozent in jedem Teil und 70 Prozent insgesamt. Das Ergebnis wird als Basis- oder als fortgeschrittenes Niveau ausgewiesen; im Governance-Modul kommt eine gesondert bewertete Praxisstufe hinzu. Bei Grenzfällen und auf Einspruch bewertet eine zweite Person unabhängig. Bis zu zwei Wiederholungen sind möglich, jeweils mit neu gezogenen Fragen.
Der Nachweis dokumentiert, wer wann geprüft wurde, welche Kompetenzbereiche geprüft wurden, welches Ergebnis erreicht wurde und wo weiterer Qualifizierungsbedarf besteht. Er nennt außerdem den Rechtsstand und die Bewertungsversion, gegen die geprüft wurde.
Gültigkeit
Der Nachweis gilt 24 Monate ab dem Prüfdatum. Er dokumentiert den Kompetenzstand zum Zeitpunkt der Prüfung. Ändern sich die rechtlichen Anforderungen, die eingesetzten KI-Systeme oder die Rolle einer Person wesentlich, ist eine frühere Neubewertung sinnvoll – unabhängig von dieser Frist.
Was der Nachweis nicht ist
Er bestätigt das Bestehen eines definierten, rollenbezogenen Prüfungsverfahrens und unterstützt die Dokumentation von Kompetenzmaßnahmen nach Artikel 4. Er ist kein staatlicher oder öffentlich-rechtlicher Abschluss, keine akkreditierte Personenzertifizierung und kein „EU-AI-Act-Zertifikat“. Er bescheinigt weder die Konformität eines Unternehmens noch die Freigabe eines bestimmten KI-Systems.
Die Verantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen bleibt beim jeweiligen Unternehmen.
Die Pflicht bleibt bei Ihnen. Die Arbeit nicht.
Maßnahmen zur KI-Kompetenz zu ergreifen, ist Sache des Unternehmens – daran ändert kein externes Angebot etwas. Was ein Unternehmen dafür sonst selbst entwickeln müsste, liegt hier bereits vor:
- Kompetenzmodell mit definierten Bereichen je Rolle
- Fragenkatalog mit gepflegtem Aufgabenpool
- Bewertungslogik mit festen Bestehensgrenzen
- Dokumentationsverfahren und Nachweisformat
- Wiederholungslogik und Auswertung
Von außen, mit eigenem Maßstab
Die Prüfung findet außerhalb des Unternehmens statt, das geprüft wird. Sie folgt einem eigenen Standard mit festen Bestehensgrenzen, nicht der Einschätzung von Vorgesetzten oder der Selbsteinschätzung der Teilnehmenden. Bei Grenzfällen und auf Einspruch bewertet eine zweite Person unabhängig.
Das ist etwas anderes als eine akkreditierte Personenzertifizierung, und es soll auch nicht als solche gelesen werden. Es ist eine Bewertung, die nicht davon abhängt, wer sie in Auftrag gegeben hat.
Auf dem aktuellen Rechtsstand
Kompetenzmodell und Prüfstandard beruhen auf der seit dem 27. Juli 2026 geltenden Fassung von Artikel 4. Der Standard wird jährlich fachlich überprüft und bei Änderungen der rechtlichen Grundlagen nachgeführt. Jeder Nachweis nennt den Stand, gegen den geprüft wurde – er bleibt damit auch später einordenbar.
KI-Schulungen
Schulungen für Fach- und Führungskräfte, zugeschnitten auf die Systeme und den Einsatzkontext des jeweiligen Unternehmens. Wiederkehrende Themen:
- Grundlagen generativer KI
- ChatGPT, Claude und Microsoft Copilot
- Prompting und strukturierte Zusammenarbeit
- Projekte, Skills und Personalisierung
- KI in Office-Anwendungen
- Automatisierung und agentische Workflows
- Datenschutz und KI-Verordnung
- AI Literacy für Mitarbeitende und Führungskräfte
Über Oliver Münch
Dipl.-Math. Oliver Münch beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit den mathematischen und informatischen Grundlagen Künstlicher Intelligenz.
Zu seinen Studienschwerpunkten als Diplom-Wirtschaftsmathematiker gehörten Optimierung und Statistik, ergänzt um High Performance Computing, Operations Research und Controlling. Bereits 2001 setzte er sich in Lehrveranstaltungen mit Verfahren wie Support Vector Machines auseinander.
Im Umfeld mathematischer Statistik und in seiner Tätigkeit an der Universität vertiefte er anschließend Statistik, Informatik und Machine Learning.
Heute liegt sein Schwerpunkt auf der praktischen Anwendung generativer KI. Er entwickelt KI-gestützte Automatisierungen und Prototypen, berät Unternehmen beim Einsatz von KI in Arbeitsprozessen und schult Fach- und Führungskräfte im produktiven und verantwortungsvollen Umgang damit.
Kontakt
Fragen zum Kompetenznachweis oder zu Schulungen richten Sie an kontakt@olivermuench.ai.
Anfragen an diese Adresse werden von einem KI-System bearbeitet, das einfache Fragen eigenständig beantwortet. Alles Weitere übernimmt Oliver Münch persönlich.
Zusammenarbeit mit dem IT Trainingshaus
Buchung, Organisation und Abwicklung der Schulungen und Kompetenzprüfungen laufen in der Regel über das IT Trainingshaus.
Fachliche Konzeption und Durchführung liegen bei Oliver Münch.
Damit verbindet sich die fachliche Arbeit mit der organisatorischen Infrastruktur eines etablierten IT-Weiterbildungsanbieters, für den Oliver Münch seit mehreren Jahren schult.